Unter einem gemeinsamen Dach werden Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion empfangen und beherbergt exemplarisch in Gestalt des Juden, des Moslems und der Christin in den Fenstern des Hauses Gottes. Die Nackten, Aussätzigen und Kranken kommen zum gemeinsamen Mahl. Die Ausgestoßenen werden aufgenommen, die Nackten bekleidet, die Kranken gepflegt. Die Gefangenen werden besucht und getröstet. Georg Ettl knüpft hier an eine zentrale Botschaft des Christentums an: "Selig die Barmherzigen Selig, die Frieden stiften!" Über den Häusern sind die bekehrten Tänzer, die hier nicht mehr um das goldene Kalb, sondem um den Geist Gottes tanzen. Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, die die Botschaft Jesu übermitteln, sind in der Kuppel unter dem Himmelszelt traditionell als Engel, Löwe, Stier und Adler symbolisiert. Im Haus der Gefangenen des großen Bildbandes der Altarwand führt die Tür in die Taufkapelle. Gestalterisch werden dann der Bildfries der Altarwand und das Kreissegment mit den Tauben an der Rückwand wieder aufgenommen.
An den Seiten der Apokalypse, wo traditionsgemäß Himmel und
Hölle dargestellt sind, zeigt der Künstler an den Seiteneingängen
das Paradies und die Zeichnung einer idyllischen Wasserlandschaft, dahinter
den Propheten Elias, den Harfe spielenden König David und ein Kind,
die dem mystischen Lamm ihre Huld erweisen, sowie gegenüber den Tanz
ums goldende Kalb mit dem Untergang Babylons, an der Rückwand das
apokalyptische Monster und einen Menschen, der sich im Spiegel betrachtet
und somit das Monster vervollständigt. Integriert in die Darstellung
des großen Weltgerichts ist die Orgel, in der Symbole der Apokalypse
Tod, Teufel, Schwert und Feuer angebracht sind.
Darunter sehen wir fünf Bilder aus dem Alten Testarnent: Gott erschafft die Welt. Moses, der die Israeliten aus der Sklaverei befreite, vollbringt das Wunder vorn Felsen in der Wüste, aus dem lebensspendendes Wasser hervorfließt, die Gesetzestafeln verweisen auf zwischenmenschliche Verhaltensregeln und Verhaltensregeln zwischen Gott und den Menschen. Als weitere
Bilder zeigt dieses Fries: den Wal, der Jonas verschlingt, ihn aber wieder
ausspeit und damit rettet; Ruth und Naomi, die von den Früchten des
Feldes leben sowie Noah, der nach der Sintflut einen Weinberg pflanzt.
Die unteren
Bilder der Verfehlungen die in die bereits vorhandenen Nischen mit Säulen
eingepasst wurden, zeigen die Zerstörung der Natur durch die Menschen,
die Versklavung des Menschen, den Missbrauch der Tiere sowie die Explosion
einer Atombombe als Sinnbild des Frevels, die Schöpfung zu vernichten.
Im mittleren Band sehen wir fünf Bilder zum Neuen Testament: die Heilung der Kranken, auch jener, die um das goldene Kalb tanzen; Petrus, der dem Herrn auf dem See Gennesaret entgegengeht, versinkt, weil er an seinem Glauben zweifelt; der barmherzige Samariter; Jesus vergibt Maria Magdalena die Sünden, die Auferweckung des Lazarus. Im unteren Bildband sind als exemplarische Sünden zwischen den Menschen die Verherrlichung der Gewalt, der Gegensatz von Armut und Reichtum sowie Intoleranz und Rechthaberei am Beispiel der Hexenverbrennung dargestellt.
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